Von der virtuellen Präsentation zum voll funktionsfähigen System: Ende Juni hat Sesotec das erste VARISORT+ CARBON BLACK Sortiersystem aus der Fertigung in das unternehmenseigene Technikum überführt und kann dort nun verschiedene Kundenanwendungen testen. Die hohe Nachfrage nach dem neuen System hat die Erwartungen übertroffen und jetzt konzentrieren sich alle Anstrengungen auf die sofortige Umsetzung der Produkttests.
Mit dem VARISORT+ CARBON BLACK schließt Sesotec eine der letzten technologischen Lücken in der optischen Kunststoffsortierung. Das System erkennt schwarze Kunststoffteile bereits in einer vergleichsweise groben Korngröße nach dem Vorschreddern und trennt sie zuverlässig nach Materialart – noch vor der abschließenden Zerkleinerung zu feinem Mahlgut. Bislang ist die Sortierung schwarzer Kunststoffe häufig erst bei deutlich kleineren Korngrößen auf der Mahlgutstufe möglich. Dadurch findet die Materialtrennung erst in einem späteren Prozessschritt statt und ist mit einem entsprechend höheren Sortieraufwand verbunden.
Grundlage ist die Mid-Wave-Infrared-Technologie (MWIR), mit der Sesotec sein Sensorportfolio gezielt um den Wellenlängenbereich erweitert, der für die zuverlässige Erkennung Carbon-Black-haltiger Kunststoffe erforderlich ist. Während schwarze Kunststoffe sichtbares Licht und den Nahinfrarotbereich (NIR) weitgehend absorbieren und damit für herkömmliche optische Systeme nur eingeschränkt detektierbar sind, verfügen sie im MWIR-Bereich über charakteristische spektrale Signaturen. Diese ermöglichen eine präzise Materialklassifikation.
Das Material wird mit Strahlung im mittleren Wellenlängenbereich beleuchtet. Ein MWIR-Sensor erfasst die materialtypischen Spektren, die anschließend mithilfe intelligenter Software, etablierter KI-Modelle und der langjährigen Spektralanalyse-Expertise von Sesotec ausgewertet werden. So lassen sich Kunststoffarten wie PE, PP oder ABS zuverlässig unterscheiden – auch bei stark absorbierenden Carbon-Black-haltigen Kunststoffen.
Ein wesentlicher Vorteil der Technologie liegt in ihrer nahtlosen Integration in die bestehende Sesotec Plattform. Bewährte Software, Algorithmen und KI-Modelle können weiterhin genutzt werden. Dadurch profitieren Anwender von einer hohen Klassifikationssicherheit bei gleichzeitig geringem Implementierungsaufwand.
„Mit dem Transfer des Systems in unser Technikum haben wir einen entscheidenden Meilenstein erreicht“, sagt Tobias Eder, Head of Technologies Sorting & Plastics bei Sesotec.
„Die Resonanz auf der IFAT hat gezeigt, wie groß der Bedarf an einer zuverlässigen Lösung für die Sortierung schwarzer Kunststoffe ist. Mit der Kombination aus MWIR-Technologie, intelligenter Software und unserer langjährigen Erfahrung im Bereich der Spektralanalyse können wir diese Herausforderung bereits früh im Recyclingprozess lösen.
Nachdem die Integration abgeschlossen ist, werden wir das System gemeinsam mit unseren Kunden unter realen Bedingungen einsetzen und auf Basis der gewonnenen Praxiserfahrungen gezielt auf die jeweilige Kundenapplikation optimieren.“
Mit dem Einsatz im Technikum beginnt nun die Praxiserprobung des VARISORT+ CARBON BLACK unter realitätsnahen Bedingungen. Kunden erhalten die Möglichkeit, ihre eigenen Materialströme zu testen und die Leistungsfähigkeit des Systems für ihre spezifischen Anwendungen zu bewerten. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen in die weitere Optimierung ein. Mit dem VARISORT+ CARBON BLACK erweitert Sesotec sein Portfolio um eine Schlüsseltechnologie für hochwertiges Kunststoffrecycling und leistet einen wichtigen Beitrag zur Schließung von Stoffkreisläufen.