Circular Economy

10.10.2019 | Sesotec

Kunststoff: Teil des Problems… Teil der Lösung - Teil 4: Effizienter Einsatz von Rezyklat

Das Problem Plastikmüll scheint grenzenlos. Aber es gibt eine gute Nachricht: Kunststoffrecycling nimmt mehr und mehr zu und das ist gut für die Kreislaufwirtschaft. In Teil 1,2 und 3 ging es um die Rolle der Abfall- und Recyclingwirtschaft und wie Technologien zur Materialsortierung sie unterstützen. Teil 4 dreht sich um den Einsatz von mehr Rezyklaten als unverzichtbarer Bestandteil, um den Kunststoffkreislauf wirklich zu schließen.

Die Kunststoffindustrie steht vor vielen Herausforderungen. Die Gewinnung von Rezyklat aus Abfällen lohnt sich z.B. nur, wenn Plastikmüll absolut sortenrein und metallfrei aufbereitet wird und wenn die Produkte aus dem Sekundärrohstoff mit denen aus neuwertigem Kunststoff qualitativ vergleichbar sind.

Die Herstellung von Rezyklat aus Plastikabfällen ist der erste Schritt. Um den Kunststoffkreislauf aber tatsächlich zu schließen, müssen vermehrt Rezyklate bei der Herstellung neuer Produkte eingesetzt werden. Dies ist durchaus lukrativ für die Kunststoffverarbeiter, denn Rezyklat ist preiswerter als Neuware.

Da die Materialkosten in der Kunststoffindustrie, je nach Segment, 40-80% ausmachen kann die Profitabilität durch den Einsatz von recyceltem Material also deutlich erhöht werden. Zudem hat der Sekundärrohstoff- in hochreiner Form – fast die gleichen Eigenschaften wie neuer Kunststoff.

Dennoch gibt es in der Branche noch Vorbehalte gegen Rezyklat. Besonders die Qualität des Eingangsmaterials spielt hierbei eine wichtige Rolle. Um Verarbeitungsprozesse und -maschinen nicht zu gefährden sowie die Qualität der Endprodukte sicherzustellen, muss das Rezyklat z.B. frei von Verunreinigungen sein.


SCHLUSSFOLGERUNG EINER UMFRAGE ZUM EINSATZ VON REZYKLAT 
DURCH KUNSSTOFFVEARBEITER IN EUROPA (Umfrage IK – Nov 2017, Auszug)
  • Mangelnde Qualität und Versorgungssicherheit sind für Kunststoffverarbeiter derzeit die wesentlichen Herausforderungen
  • Der Preis ist der Hauptanreiz warum Unternehmen auf die Verwendung von Rezyklat umstellen
  • Die Einstellung der Kunden der verarbeitenden Unternehmen gegenüber dem Einsatz von Rezyklat muss verbessert werden
  • Die Einführung von Qualitätsstandards für Rezyklat würde beispielsweise dazu führen, dass die Unternehmen mehr recycelten Kunststoff einsetzen.
  • Die überwiegende Mehrheit der europäischen Kunststoffverarbeiter nutzt Rezyklat bereits heute -
    trotz zahlreicher Hindernisse – aus Kostengründen.
WESENTLICHE ANSATZPUNKTE:
  • Steigerung der Mengen und Qualitäten im Rezyklatmarkt.
  • Steigerung der Nachfrage und Verbesserung der Akzeptanz von Recyclingkunststoffen.
  • Steigerung der Innovationen, um zusätzliche Verarbeitungstechnologien zu finden.

Eine der häufigsten Verunreinigungen, die die Qualität von Rezyklat beeinträchtigen, sind Metallpartikel. Diese müssen vor der Verarbeitung entfernt werden, um fehlerhaft produzierte Kunststoffteile und Maschinenstillstand zu vermeiden. Ein Schneckendefekt, verstopfte Heißkanäle und unterspritzte Kunststoffteile sind Probleme, die durch Metallverunreinigungen im Material verursacht werden.

Maschinenstillstand, Ausfallzeiten oder Rückrufaktionen sind teuer und schaden dem Unternehmensimage. Darüber hinaus bedeuten sie wiederum Verschwendung wertvollen Materials. 


Die Lösung für dieses Problem ist der Einsatz von Metalldetektoren und -separatoren. Der Compound-Hersteller Sitraplas setzt z.B. seit 2006 Metallseparatoren ein, um metallische Fremdkörper zu erkennen und zu separieren. Direkt vor der Förderleitung installiert, detektieren sie feinste Metallpartikel im Bruchteil einer Sekunde und schleusen diese über eine Ausscheidemechanik aus.
Metallseparatoren tragen so zur Verbesserung der Qualität von Rezyklaten bei, machen ihren risikolosen Einsatz möglich und leisten damit einen nachhaltigen Beitrag zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.


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