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03.11.2015

Neue Multi-Product-Software


 

Neue Multi-Product-Software: Optimale Empfindlichkeit und einfachere Bedienung

 

In der Lebensmittelindustrie ist es üblich, dass die Qualität der Produkte an höchster Stelle steht. Schon die Rohstoffe werden äußerst sorgfältig ausgewählt, um den Ansprüchen an hochwertige Qualität sowie an einwandfreie hygienische und sensorische Beschaffenheit der Erzeugnisse zu genügen. Unabhängige Sachverständige, z.B. im Auftrag der Einzelhändler, beurteilen die Produktion der Lebensmittelverarbeiter regelmäßig nach Kriterien des IFS-Standards und des HACCP-Konzepts.

 

Mehr als nur Metalle finden

Mehr und mehr setzt dabei die Röntgentechnologie den Maßstab in der Fremdkörperkontrolle, weil diese die steigenden Qualitätsanforderungen der Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie optimal erfüllt. Sie ermöglicht eine präzise Inline-Detektion einer Vielzahl von dichteren Fremdkörpern. Nicht nur magnetische und nichtmagnetische Metalle werden gefunden, sondern auch Glas, Keramik, Steine, rohe Knochen und einige Kunststoffarten. Dies ist selbst durch Aluminiumverpackungen oder anderen metallisierten Verpackungsmaterialien hindurch möglich. Außerdem können applikationsabhängig weitere Produktdefekte, wie gebrochene, verformte oder fehlende Produkte, Verklumpungen, Lufteinschlüsse sowie Über- und Untergewicht erkannt werden. Die Kombination mit modular aufgebauten Förderbandsystemen erlaubt eine maßgeschneiderte Anpassung an die unterschiedlichsten Produkte und örtlichen Gegebenheiten.

 

 

Weiterentwicklung der Software

Sesotec hat für die RAYCON Röntgensysteme eine Multi-Product-Software entwickelt. Mit der bisherigen Software konnten zwar auch mehrere Produkte in einem Programm zusammengefasst werden. Die Einstellungen für die Empfindlichkeit wurden aber an das schwierigste Produkt angepasst. Dadurch reduzierte sich jedoch die Empfindlichkeit für alle einfachen und homogenen Produkte. Diese neue Multi-Product-Software erkennt automatisch, welches Produkt gerade den Scanner durchläuft und wählt dementsprechend einen voreingestellten Parametersatz aus. Die Vorteile liegen auf der Hand: Verschiedene Produkte können „chaotisch“ durch den Röntgenscanner gefördert werden. Die einzelnen Produkte werden anhand definierter Bildmerkmale identifiziert und die Einstellungen, z.B. Empfindlichkeit, werden automatisch für das richtige Produkt gewählt. Es ist kein manueller Produktwechsel mehr durch einen Bediener notwendig und die Empfindlichkeit für jedes einzelne Produkt ist maximal.

 

Aufbau normale Applikation:

Multi-Product-Software

 

Das zu überprüfende  Produkt wird durch den Scanner erfasst und untersucht. Bei einer erkannten Verunreinigung wird das Ausscheidesystem angesteuert.

Wird ein Produkt, welches noch nicht angelernt wurde und sich hinsichtlich Verpackung, Produktform, Dichte, usw. unterscheidet, gefördert, erkennt die Software einen Unterschied zum hinterlegten Parametersatz und es wird automatisch aussortiert.

Ein gleichzeitiges Fördern von unterschiedlichen Produkten war bisher nicht möglich. Durch die Multi-Product-Software ist diese Einschränkung nun aufgehoben.

 

Aufbau Multi-Product-Software Applikation:


Multi-Product-Software

Es können hier bis zu 20 sog. „Sub-Products“ definiert werden. Jedes dieser Sub-Products kann für ein spezielles Produkt angelernt werden, z.B. eine Dose benötigt zur korrekten Filterung einen sog. „Kantenfilter“. Das nächste Produkt muss  auf Gewichtsabweichungen untersucht werden. Diese Einstellungen können je Produkt vorgenommen werden.

 

Beim Lernvorgang eines neuen Produktes sind diese Kriterien von entscheidender Bedeutung:

-Produktabmessungen (Länge, Breite)

-Dichte

-Homogenität des Röntgenbildes

 

Sobald das Produkt den Röntgenscanner durchläuft, wird dies anhand der o.g. Kriterien dem entsprechenden Sub-Product zugeordnet. Die Untersuchung auf Fremdkörper oder andere Produktdefekte hängt von der Einstellung des Sub-Products ab.

 

Passiert ein „unbekanntes“, nicht gelerntes Produkt den Scanner, wird dieses dem sog. „Default-Product“ zugeordnet. Dieses Unterprogramm stellt sicher, dass nicht definierte oder nicht zuordnungsfähige Produkte automatisch ausgeschieden werden. Nur durch sog. „Autolearn“ können „Sub-Product“ Einstellungen gesetzt werden.

 

Durch diese optionale Sondersoftware entfällt der manuelle Produktwechsel am Gerät. Nicht nur die dadurch gegebene Rüstzeiten-Minimierung, sondern auch die hohe Empfindlichkeitsverbesserung sprechen für diese Erweiterung.

 

Die neue Softwareweiterentwicklung ermöglicht, dass gleiche Produkte durch den Scanner auf bis zu vier Spuren (Lanes) gefördert werden können.

 

Es ist aber auch möglich unterschiedliche Produkte auf die Spuren zu legen. Hier hat dann jede Lane eine eigene Empfindlichkeitseinstellung. In beiden Fällen wird die Durchsatzleistung erhöht, ohne Verlust an Detektionsgenauigkeit.

 

Nach einer Erweiterung wäre es mit der Multi-Product-Software auch möglich, z.B. Fertiggerichte mit unterschiedlichen Bestandteilen – Fleisch, Reis, Gemüse - zu untersuchen. Verschiedene Bereiche eines Bildes können separat eingestellt und einem entsprechenden Sub-Product zugeordnet werden. Beispielsweise kann hier die Zählfunktion angewandt werden, um die Vollständigkeit des Fleisches zu überprüfen bei gleichzeitiger Untersuchung auf Gewichtsabweichungen in den anderen Bereichen.

 

Eine Erweiterungsmöglichkeit für die Software ist die Untersuchung von E2-Kisten. Im Durchschnitt wird zum Produktwechsel eine Zeit von ca. 1-2 Sekunden benötigt. Bei hohen Taktgeschwindigkeiten könnte der Produktwechsel mit der Standard-Software nicht mehr gewährleistet werden. Die Multi-Product-Software bietet den Vorteil, dass nicht das Produkt selbst gewechselt wird, sondern nur ein anderes Sub-Product zur Auswertung gewählt wird. Dieser Vorgang dauert max. einige Millisekunden.